
Mach dich zu einem Ort, an dem du selbst gerne bist.
Es gibt erstaunlich viele Möglichkeiten, sich selbst aus dem Weg zu gehen.
Sich anzutreiben. Sich zu optimieren. Erwartungen zu erfüllen. Dinge auszuhalten, die längst nicht mehr passen.
Oder so sehr damit beschäftigt zu sein, irgendwie zu funktionieren, dass kaum noch auffällt, wie es einem dabei eigentlich geht.
Manchmal lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Was passiert da eigentlich?
Was davon gehört wirklich zu mir?
Was habe ich irgendwann gelernt, übernommen oder gebraucht?
Und was davon brauche ich heute noch?
Verstehen, bevor man verändert.
Mich interessiert weniger, wie ein Mensch funktionieren sollte.
Mich interessiert, wie er tatsächlich funktioniert.
Muster entstehen nicht grundlos. Auch Dinge, die uns heute im Weg stehen, können einmal sinnvoll gewesen sein.
Sie zu verstehen heißt weder, sie gutzuheißen, noch sie für immer behalten zu müssen.
Es heißt zunächst nur, wieder etwas mehr Wahl zu bekommen.
Nicht automatisch reagieren.
Nicht gegen alles kämpfen.
Nicht alles glauben, was der eigene Kopf gerade erzählt.
Sondern bemerken, was geschieht – und von dort aus entscheiden, was als Nächstes sinnvoll ist.
Wieder selbst am Steuer.
Am Steuer zu sein bedeutet für mich nicht, das Leben unter Kontrolle zu haben.
Das wäre vermutlich ohnehin ein ziemlich aussichtsloses Projekt.
Es bedeutet eher, unterscheiden zu können:
Was kann ich verändern?
Was kann ich nicht erzwingen?
Was darf ich loslassen?
Was ist mir wichtig genug, um dafür einzustehen?
Und irgendwann vielleicht nicht mehr nur zu wissen, wie man durch den eigenen Alltag kommt.
Sondern sich darin auch wiederzufinden.
Coaching kann ein Teil davon sein.
Manchmal hilft dabei ein Gegenüber.
Jemand, der zuhört, nachfragt, Widersprüche stehen lassen kann und nicht sofort mit einer fertigen Antwort um die Ecke kommt.
Coaching bedeutet für mich deshalb nicht, einen Menschen nach einer bestimmten Vorstellung zu verändern. Es kann ein Raum sein, in dem Zusammenhänge sichtbarer werden, alte Antworten überprüft und neue ausprobiert werden können.
Nicht mit dem Ziel, eine bessere Version von sich selbst zu werden.
Sondern vielleicht eine, bei der man selbst wieder ganz gerne zu Hause ist.